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29.01.2018

Viktoria-von-Butler-Stiftung gedenkt den Opfern des Nationalsozialismus

Bei einer Gedenkstunde und einer feierlichen Kranzniederlegung wurde in Schönbrunn im Landkreis Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht. In ihrer Ansprache reflektierte Michaela Streich, Vorstand der Viktoria-von-Butler-Stiftung, die gemeinsame Vergangenheit.

"Einschneidende Ereignisse hinterlassen ihre Spuren auch bei uns nachfolgenden Generationen. Aus der Auseinandersetzung mit dem Verbrechen des Nationalsozialismus können wir heute lernen, dass das Nicht-Erinnern, vielleicht vor Schuld- und Schamgefühlen bewahrt, aber das Verschweigen Schuld nicht tilgt". Auch die Geschichte und Identität des Franziskuswerks ist unauflöslich mit den Ermordungen geistig behinderter Menschen aufgrund des Euthanasie-Programms verbunden. Die Betroffenheit bleibt lebendig mit Hilfe von Orten, wie dem Mahnmal, von Gedenktagen und dem aktiven Erinnern an unsere gemeinsame Geschichte. Streich ist sich sicher, dass "gerade in Zeiten, in denen wir uns auf das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Behinderungen und Lebensentwürfen zu verständigen haben, die Gesellschaft, in der wir alle leben wollen, nur dort gedeihen wird, wo die Würde des Einzelnen geachtet und wo Solidarität gelebt wird."

Der Bürgermeister von Röhrmoos, Dieter Kugler, sieht in seiner Ansprache, den offiziellen Gedenktag als ein wichtiges Signal für alle, die die schrecklichen Geschehnisse nur aus Erzählungen oder Büchern kennen, an die damaligen Ereignisse zu erinnern. "Wer in der heutigen Zeit gerade erwachsen geworden ist, kann sich gar nicht vorstellen, dass so eine Gewaltherrschaft auch jetzt noch möglich wäre. Doch auch heutzutage zeigt sich, dass sich Menschen von Propaganda beeinflussen lassen. Deshalb sind wir alle verpflichtet uns dafür einzusetzen, dass solche Gräueltaten verhindert werden. Das gilt bei uns, aber auch wo immer es uns möglich ist, für die ganze Welt", betonte Kugler.

Im Anschluss legten Michaela Streich, Markus Holl, ebenfalls Vorstand der Viktoria-von-Butler-Stiftung und Dieter Kugler Kränze von dem Mahnmal in Schönbrunn nieder. Das Mahnmal wurde im Jahr 2012 als ein Schritt der Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit in Schönbrunn eingeweiht.