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20.05.2020

Aktiver Tierschutz in der Viktoria-von-Butler-Stiftung

Die Aufnahme der Wärmebildkamera - bis kurz vor der Aufnahme war an dieser Stelle ein Rehkitz gelegen.

Der Viktoria-von-Butler-Stiftung (VBS) ist der Tierschutz in der Landwirtschaft wichtig. Deshalb trifft sie seit vielen Jahren Maßnahmen zum Schutz von Rehkitzen und Niederwild vor der ersten Mähaktion.

"Von Anfang Mai bis Mitte Juni erfolgt in der Regel die erste Mahd, das ist genau die Zeit, in der die Rehkitze in den Wiesen liegen. Um die Tiere zu schützen, mähen wir am Tag vor der eigentlichen Mahd einmal um die gesamte Wiese herum. Dadurch werden die Tiere aufgeschreckt. Zusätzlich installieren die mit eingebundenen Jagdpächter in der Nacht vorher sogenannte Wildvergrämungsgeräte, die die Tiere zusätzlich verscheuchen. Am Mähtag wird die abzumähende Fläche mit einer Drohne abgeflogen, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist. Zudem mähen wir die Wiese nicht von außen nach innen ab, sondern immer in Reihen in der Regel von der Straße in Richtung Wald oder einem anderen geschützten Bereich. So haben auch Hasen und anderes Niederwild eine Fluchtmöglichkeit", erklärt Johann Markl, der Leiter der VBS-Landwirtschaft, die Maßnahmen im Vorfeld.

Letzten Samstag war Mähtag für insgesamt 55 ha Wiesen- und Ackerfläche. Markl, die beiden Jagdpächter Matthias Lutz und Sebastian Öfner, und Matthias Schmidt mit seiner Wärmebildkamera-Drohne haben sich morgens um 7.00 Uhr an der Wiese am nördlichen Ortsrand von Schönbrunn getroffen. Schmidt ist einer von mehreren Drohnenpiloten, die sich ehrenamtlich für den Rehkitz-Schutz bei der bundesweiten Initiative kitzrettung-hilfe.de engagieren. "Ich fliege die gesamte Fläche in etwa 20 m Höhe ab. Sollte ich ein Kitz finden, gehe ich auf etwa zwei Meter runter und fotografiere die Stelle. Letzten Samstag habe ich nur einen Abdruck von einem Kitz gefunden - die Ricke hat ihr Junges anscheinend kurz vorher in Sicherheit gebracht", freut sich Schmidt. Dreieinhalb Stunden später war die Drohnen-Aktion beendet und die Mahd konnte beginnen.

Das Mähgut wurde gehäckselt und siliert. Damit, sowie mit Gülle von einem benachbarten Landwirt, wird die stiftungseigene Biogasanlage befeuert. Diese liefert seit Dezember 2013 nachhaltig erzeugten Strom und Wärme für die Gebäude der VBS am Standort Schönbrunn. Mit der Anlage können so circa 440.000 Liter Heizöl eingespart und 2.250 t Kohlendioxid (CO2) vermieden werden. Beim Anbau der Energiepflanzen wird besonderer Wert auf eine verantwortungsvolle ökologische Fruchtfolge gelegt, sodass die Böden geschont werden.