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01.03.2016

Autorenlesung mit Friederun Reichenstetter in der Johannes-Neuhäusler-Schule

Friederun Reichenstetter während ihrer lebendigen Lesung in der Johannes-Neuhäusler-Schule. Gerade liest sie die Stelle vor, an der Nellis Vater zu Nellis Mutter sagt: „Es ist gut, dass Nelli auch mal nein sagt, das kam ja noch nie vor.“

Mucksmäuschenstill war es in der Aula der Johannes-Neuhäusler-Schule (JNS), als die Autorin Friederun Reichenstetter begann, aus ihrem Buch „Nelli traut sich und sagt NEIN“ vorzulesen. Reichenstetter wählte für die rund einstündige Lesung Schlüsselszenen aus ihrem Buch, die die rund 50 Schülerinnen und Schüler gebannt verfolgten. Sie verstand es, ihre Zuhörer mit ihrer Stimme zu fesseln und mit immer wieder eingestreuten Fragen mit einzubeziehen.

 

Am Ende der Veranstaltung war die Freude groß, als es noch Mohnschnecken gab, die zur ersten Buchepisode passten: Da hatte Nelli sich nicht getraut, der Bäckerin zu sagen, dass ihr die geschenkte Mohnschnecke gar nicht schmeckt.

 

Die JNS-Lehrkraft Beata Trawnik hat das Buch mit ihrem Wahlkurs „Bücher erarbeiten“ vorab bereits gelesen und sich intensiv mit der Geschichte auseinandergesetzt. Es passt gut zum Jahresmotto der Johannes-Neuhäusler-Schule „Mutig anders sein“. Die Lesung wurde von der Friedrich-Bödecker-Stiftung finanziell unterstützt.

 

In dem Buch geht es um Nelli, ein nettes achtjähriges Mädchen, das jeder gerne mag. Wie zum Beispiel Frau Mehl, die Bäckerin, die ihr bei jedem Einkauf eine Mohnschnecke schenkt. Nelli traut sich nicht, ihr zu sagen, dass sie Mohnschnecken eigentlich nicht mag. Stattdessen sagt sie höflich danke und isst die Mohnschnecke. Oder Omis feuchte Begrüßungsküsse, die sie auch nicht mag, sich aber nicht traut, das der Omi zu beichten. Bis ihr eines Tages ihre Omi sagt, dass sie früher die Küsse ihrer Oma auch nicht mochte. Erst da traut sich Nelli zu sagen: „Ich mag deine Küsse auch nicht“. Nelli lernt im Laufe der einzelnen Episoden den selbstbewussten Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und wie sie sich gegen Übergriffe wehren kann. Sodass sie sich am Ende sogar traut, Frau Mehl zu sagen, dass sie eigentlich viel lieber Nussschnecken mag.

 

Die Autorin Friederun Reichenstetter studierte Sprachen in München, Straßburg und London. Danach arbeitete sie für verschiedene internationale Organisationen im In- und Ausland. Seit mehr als 20 Jahren ist sie freiberufliche Autorin und hat seither über 150 Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Sie lebt in München.