Nachrichten

Bitte aktivieren Sie Ihr JavaScript um die Seite vollständig nutzen zu können.
09.01.2013

Franziskanerinnen bauen Biogasanlage

Die Franziskanerinnen von Schönbrunn werden am Ortsrand von Schönbrunn eine Biogasanlage errichten. Sr. M. Benigna begründete in ihrer Begrüßung den Umstieg vom ökologischen Landbau hin zum Erzeuger erneuerbarer Energien: „Nachdem das wirtschaftliche Ergebnis unserer nach Naturland-Richtlinien arbeitenden Landwirtschaft nicht zufriedenstellend ist und wir die Erzeugnisse nicht selbst nutzen können, hat das Sachkapitel des Ordens 2012 den Beschluss gefasst, dass die Landwirtschaft in Zukunft der zu errichtenden Biogasanlage zur Energiegewinnung dienen soll. Dadurch kann der Betrieb langfristig wirtschaftlich, ökologisch nachhaltig, werteorientiert, zukunftssicher und risikoarm betrieben werden. Zudem sehen wir es in der Zeit des Energiewandels als optimale Lösung, selber Energie zu erzeugen“. Die vom Franziskuswerk Schönbrunn betriebene Gärtnerei arbeitet weiterhin selbstverständlich nach ökologischen Maßstäben.

Dr.-Ing. Thomas Krauß, Geschäftsführer des Planungsbüros Bau-Anlagen-Umwelttechnik SHN GmbH Chemnitz erklärte anschließend die Planungen: „Wir verfolgen einen integrierten Planungsansatz. Vor Beginn der Planungen wird der gewählte Standort auf seine Möglichkeiten hin untersucht. Erst dann wird die Anlagengröße definiert und mit den Wünschen des Betreibers abgeglichen.“ Die geplante Anlage mit 500 Kilowatt elektrischer Leistung wird von der Firma SBBiogas GmbH nach industriellen Standards gebaut und kann an dem gewählten Standort südöstlich des Dorfes Schönbrunn den Orden und das Franziskuswerk ganzjährig mit Strom und Wärme versorgen. Die Anlage wird außerhalb von überschwemmungsgefährdeten Gebieten und wasserrechtlichen Schutzzonen liegen. Die Speisung wird aus einer Kombination von Mais- und Grassilage, Grünroggen und Hirse sowie Rindergülle erfolgen. Einer ökologischen Fruchtfolge wird dabei weiterhin Rechnung getragen. Geplant ist, dass das Genehmigungsverfahren für die Anlage bis Mitte des Jahres 2013 abgeschlossen ist. Nach einer etwa halbjährlichen Bauphase könnte der Betrieb Anfang 2014 aufgenommen werden.

Den Ausstieg der Franziskanerinnen aus dem Naturlandverband begründete Sr. M. Benigna, dass es mit der Entscheidung für die Biogasanlage nicht mehr nötig sei, die Pflanzen nach Naturlandrichtlinien anzubauen. Die Pflanzen dienen nicht mehr der Erzeugung hochwertiger Nahrungsmittel, sondern werden in der Biogasanlage vergoren. Trotzdem werde eine ökologische Fruchtfolge eingehalten. Johann Markl, der verantwortliche Landwirt der Kongregation, erklärte ergänzend: „Die vergärten Pflanzen werden als hochwertiger Dünger wieder auf die Ackerflächen ausgebracht. Dadurch und durch die Fruchtfolge wird der Boden nicht ausgebeutet. Das ist auch der Kongregation sehr wichtig, weil dadurch der Umgang mit der Schöpfung im Sinne des franziskanischen Verständnisses gewahrt bleibt.“

Bedenken von Nachbarn, dass es zu Lärmbelästigungen durch den Betrieb der Anlage und einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf der Verlängerung der Kaiserstraße kommen kann, konnten durch Thomas Krauß und Johann Markl zerstreut werden.