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27.01.2017

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

 

Bei einer Gedenkstunde und einer feierlichen Kranzniederlegung wurde in Schönbrunn im Landkreis Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht.

In seiner Ansprache wies Markus Tolksdorf, Vorstandsvorsitzender der Viktoria-von-Butler-Stiftung und Geschäftsführer des Franziskuswerks, anhand von tagesaktuellen Beispielen darauf hin, dass Menschen auch heute noch anderen Menschen, egal ob mit oder ohne Behinderung, furchtbares Leid und Qualen zufügen: "Es gibt heute keinen Ort, an dem nicht Gewalt passiert. Deshalb nehmen auch Eltern von Menschen mit Behinderung in ihrer Sorge um ihre Angehörigen das Franziskuswerk in Schönbrunn bis heute als besonderen Schutzraum für ihre Angehörigen wahr." Diese Sorge müsse bearbeitet werden, denn das Franziskuswerk wird in den nächsten Jahren verstärkt in die Region gehen und versuchen, dort Lebensqualität, Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung zu erreichen. Das Franziskuswerk gibt damit die Sorge für Menschen mit Behinderung an die Gemeinschaft zurück. Tolksdorf ist sich sicher, dass "jeder Mensch seine Würde nur in der Gemeinschaft aller Menschen leben kann und sie am besten vor Gewalt und Gräueltaten geschützt sind, wenn alle gemeinsam dafür verantwortlich sind."

Der Bürgermeister von Röhrmoos, Dieter Kugler, erinnerte in seiner Ansprache an den, diese Woche verstorbenen, ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, auf dessen Bestreben hin der heutige Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt wurde. Kugler betonte, wie wichtig das Gedenken an die Opfer und die damaligen Geschehnisse ist: "Mit solchen Gedenktagen wird das Bewusstsein bei uns allen gefördert und die Erinnerung aufrecht erhalten, damit solch schreckliche Situationen nicht mehr vorkommen können. Das wird umso wichtiger, je weniger Zeitzeugen am Leben sind und persönlich über das Erlebte berichten können."

Im Anschluss legten Markus Tolksdorf und Dieter Kugler Kränze vor dem Mahnmal in Schönbrunn nieder. Das Mahnmal wurde im Jahr 2012 als ein Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit in Schönbrunn eingeweiht.