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27.01.2014

Schönbrunn gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Die Namen der 546 Opfer sind in das Mahnmal eingebrannt.

Mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Kranzniederlegung wurde in Schönbrunn im Landkreis Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht. Am bundesweiten Gedenktag für die Opfer der NS-Herrschaft zitierte die Generaloberin der Kongregation der Franziskanerinnen von Schönbrunn, Schwester M. Benigna Sirl die Worte einer Mitarbeiterin des Franziskuswerks: „Mir ist es wichtig, dass diese dunklen Seiten der Geschichte wach und präsent bleiben. Damit sich so etwas nie mehr wiederholt und der Blick auf das Wesentliche gerichtet werden kann, auf das Leben und die Vielfalt und Unterschiedlichkeit, die es uns bietet und damit bereichert.“ Die Basis, dass dies gelingen kann, sei das christliche Menschenbild. Nach den Worten von Sr. Benigna Sirl bedeute dies, „mit Ehrfurcht und Achtsamkeit dem Anderen, meinem Gegenüber, zu begegnen, denn er ist wie ich und Gott begegnet mir. Aufrecht dürfen wir im Leben stehen, denn von ihm her sind wir, ohne Ausnahme, gedacht, erschaffen, gewollt und geliebt.“ 

Während der Andacht legten der Geschäftsführer des Franziskuswerks, Markus Tolksdorf, zusammen mit Alfred Friemelt, dem Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen I, und der Bürgermeister der Gemeinde Röhrmoos, Hans Lingl, einen Kranz nieder. Mit Blick auf das Mahnmal, in das die Namen der 546 Opfer aus Schönbrunn eingebrannt sind, sagte er: „Möge es uns stets Auftrag und Verpflichtung sein, jeden Tag für, jede Stunde für Toleranz und Menschenwürde einzutreten.“

Jedes Jahr am 27. Januar gedenken das Franziskuswerk und die Franziskanerinnen von Schönbrunn der Opfer des Nationalsozialismus. In der Zeit von 1940 bis 1943 wurden 546 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die damals in Schönbrunn wohnten, im Rahmen des sog. T4-Programms von den Nationalsozialisten umgebracht. Im Jahr 2012 wurde ein neues Mahnmal in Schönbrunn eingeweiht als ein weiterer Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit. In den Jahren zuvor wurden die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet, im Oktober 2010 im Rahmen des Schönbrunner Forums der Öffentlichkeit vorgestellt und fanden Eingang in die Schriften des Archivs der Erzdiözese.