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27.01.2013

Schönbrunn gedenkt Opfer des Nationalsozialismus

Mit einem Gottesdienst und einer feierlichen Kranzniederlegung wurde in Schönbrunn im Landkreis Dachau der Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht. Am bundesweiten Gedenktag für die Opfer der NS-Herrschaft sagte die Generaloberin der Kongregation der Franziskanerinnen von Schönbrunn, Schwester M. Benigna Sirl: „Gott schuf den Menschen nach seinem Bild – ohne Einschränkungen. Damit spricht er ihm die größtmögliche Würde zu: die Gottesebenbildlichkeit.“ Daraus leite sich ab, dass jeder Mensch das Recht hat, dass seine Würde respektiert wird, jeder hat die Pflicht, die Würde des anderen zu respektieren.

Zwei gegenläufige Strömungen seien derzeit zu beobachten, die davon abgeleitet beurteilt werden könnten, sagte Sr. M Benigna: „Kann der Mensch beurteilen, was wahr und gut ist? Ich denke hier an die Sterbehilfe, die Pränataldiagnostik oder auch die Genmanipulation zur ‚Züchtung eine besseren Menschen’. Das sind Themen der Selektion nach lebenswertem und lebensunwertem Leben. Das macht mir Angst, denn sie bedeuten Exklusion, Ausgrenzung.“ Die andere Strömung mache ihr aber Hoffnung, betont Sr. M. Benigna: „Die Strömung der Inklusion bedeutet das umschlossene Sein, die volle und vorbehaltlose Zugehörigkeit aller Menschen zur Gesellschaft.“ Dafür müsse man sich einsetzten. „Setzen wir uns gemeinsam ein für das Leben.“, forderte sie die Anwesenden auf.

Während der Andacht am legten der Geschäftsführer des Franziskuswerks, Markus Tolksdorf, zusammen mit Alfred Friemelt, dem Leiter des Geschäftsbereichs Wohnen I, und der Bürgermeister der Gemeinde Röhrmoos, Hans Lingl, einen Kranz nieder.

Jedes Jahr am 27. Januar gedenken das Franziskuswerk und die Franziskanerinnen von Schönbrunn der Opfer des Nationalsozialismus. In der Zeit von 1940 bis 1943 wurden 546 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die damals in Schönbrunn wohnten, im Rahmen des sog. T4-Programms von den Nationalsozialisten umgebracht. Im vergangenen Jahr wurde ein neues Mahnmal in Schönbrunn eingeweiht als ein weiterer Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit. In den Jahren zuvor wurden die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet, im Oktober 2010 im Rahmen des Schönbrunner Forums der Öffentlichkeit vorgestellt und fanden Eingang in die Schriften des Archivs der Erzdiözese.