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05.11.2019

Wanderausstellung "Echt mein Recht" im Franziskuswerk Schönbrunn

"Echt mein Recht", die interaktive Wanderausstellung des PETZE-Instituts für Gewaltprävention aus Kiel über Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz vor sexualisierter Gewalt für Menschen mit Lernschwierigkeiten, macht vom 11. November bis einschließlich 13. Dezember 2019 Station in Schönbrunn. Im Mehrzweckraum des Hauses St. Johannes am Raphaelweg 9 können sich Besucherinnen und Besucher in sechs Stationen über die Bereiche Rechte und Selbstbestimmung, Gefühle, Liebe und Partnerschaft, Alltag (Freizeit, Wohnen, Arbeit), Körper und Sexualität sowie Beratung informieren. Anhand von interaktiven Übungen können sich die Ausstellungsbesucher selbständig mit diesen Themen beschäftigen, sich mit möglichen Problemen befassen und sich selbst reflektieren. Sämtliche Ausstellungstexte sind in einfacher Sprache verfasst.

Am 11. November 2019 werden Michaela Streich, die Geschäftsführerin des Franziskuswerks, Ralf Specht, Mitentwickler der Ausstellung, Angelika Karl, Vorsitzende der Bewohnervertretung und Barbara Schattenkirchner, Vorsitzende des Werkstattrates der Werkstatt für behinderte Menschen die Ausstellung im Schönbrunner Mehrzweckraum des Hauses Johannes am Raphaelweg 9 eröffnen. Die Ausstellung kann vom 13. November bis einschließlich 13. Dezember 2019 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden: Ohne vorherige Anmeldung dienstags von 11.30 - 13.30 Uhr, donnerstags von 17.00 - 18.00 Uhr und samstags von 11.00 - 12.00 Uhr; mit vorheriger Anmeldung/Terminabsprache unter praeventionsfachkraefte@schoenbrunn.de montags von 10.00 - 11.00 Uhr und von 13.30 - 14.30 Uhr, mittwochs von 18.00 - 19.00 Uhr und samstags von 9.00 - 10.30 Uhr.

Sexuelle Selbstbestimmung wurde Menschen mit Behinderung lange nicht zugestanden. Auch die Tatsache, dass diese Personengruppe ein erhöhtes Risiko hat, Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden, wird erst in den letzten Jahren verstärkt wahrgenommen. Das zeigt eine Studie des Bundesfamilienministeriums aus 2013 zur "Lebenssituation und Belastung von Frauen und Männern mit Behinderung und Beeinträchtigung in Deutschland". Hinzu kommen noch immer Vorurteile über die Sexualität von Menschen mit Behinderung. Dabei unterscheidet sich Sexualität von Menschen mit und ohne Behinderungen nicht grundlegend voneinander. Sexualität ist individuell. Dass im Ausleben von Sexualität Unterschiede sichtbar werden, ist mit den jeweiligen Einschränkungen der Personen zu erklären.

Der Schutz vor (sexualisierter) Gewalt und das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung sind mittlerweile gesetzlich verankert. Die UN-Behindertenrechtskonvention, seit März 2009 in Deutschland geltendes Recht, ist die erste internationale Vereinbarung, die das Recht auf Selbstbestimmung aus menschenrechtlicher Perspektive festschreibt.

Die Umsetzung der Rechte auf Sexualität und auf Schutz vor sexualisierter Gewalt sind große Herausforderungen für Einrichtungen der Behindertenhilfe. Präventionsarbeit, (sexuelle) Aufklärung, Selbstwertstärkung sowie die Schaffung von Lern- und Erfahrungsräumen sind dabei wichtige Elemente, um sexualisierter Gewalt und Fremdbestimmung entgegenzuwirken und nachhaltig abzubauen.

"Echt mein Recht" bietet Erwachsenen und Jugendlichen ab ca. 16 Jahren mit Lernschwierigkeiten anschauliche Möglichkeiten, sich mit ihren Rechten auf Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz vor sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen. Die Ausstellung fördert Empowerment, Alltagskompetenz und sensible Nähe-Distanz-Gestaltung. Eine Selbstwertstärkung und eine Sensibilisierung der Männer und Frauen soll erreicht werden und konkrete Handlungsalternativen für den Alltag und bei Grenzüberschreitungen vermittelt werden.