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13.11.2019

Wanderausstellung "Echt mein Recht" im Franziskuswerk

Ralf Specht vom PETZE-Institut erklärt den Besucherinnen und Besuchern den Ausstellungsaufbau.
Was ist in einer Beziehung alles erlaubt? Die Station "Alles Liebe" der Ausstellung gibt darüber Auskunft. Weitere Stationen sind: Gefühle, Körper und Sexualität, Alltag (Wohnen/Arbeiten/Freizeit), Beratungsmöglichkeiten.

 "Wenn ich verheiratet wäre, hätte ich fünf eigene Kinder gewollt und fünf Kinder, die ich angenommen hätte. Ich meine, auch Frauen und Männer mit Behinderung können eine Familie gründen, wenn sie die nötige Unterstützung bekommen. Was meinen Sie dazu?" fragte Angelika Karl, die erste Vorsitzende der Bewohnervertretung im Franziskuswerk Schönbrunn die Gäste, die zur Ausstellungseröffnung in das Schönbrunner W5-Bürgerhaus gekommen waren. Barbara Schattenkirchner, die als Vorsitzende des Werkstattrates der Werkstatt für behinderte Menschen die Gäste begrüßte, ergänzte: "Menschen mit Behinderung haben auch den Wunsch nach Sexualität. Das ist etwas Schönes und Wichtiges. Sexualität gehört zum Leben mit dazu."

"Echt mein Recht", die interaktive Wanderausstellung des PETZE-Instituts für Gewaltprävention aus Kiel über Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz vor sexualisierter Gewalt für Menschen mit Lernschwierigkeiten, wurde am 11. November 2019 mit rund 50 Gästen im W5-Bürgerhaus eröffnet. Nach Grußworten von Geschäftsführerin Michaela Streich hat Ralf Specht den Gästen einen Einblick und Überblick über das PETZE-Institut sowie die Zielsetzung der Ausstellung vermittelt: "Menschen mit Behinderung sind die perfekten Opfer. Sie haben unter anderem nur eingeschränkte Möglichkeiten, sich gegen Gewalt zu wehren, in der Regel keine Schutz- oder Beschwerdemöglichkeiten, haben wenig Informationen über Sexualität und sexuelle Gewalt und sind schlecht aufgeklärt." Für Specht gilt beim Thema Sexualität das Prinzip Teamwork: "Menschen mit Behinderung müssen lernen selbst zu bestimmen - über ihren eigenen Körper, über Gefühle/Partnerschaft, sexuelle Gewalt und ihre Rechte; Einrichtungen müssen eigene Räume und Zeiten sowie ausgebildete Unterstützer zur Verfügung stellen und die Gesellschaft muss Inklusion leben lernen."

Beim anschließender Rundgang durch die Ausstellung, die im Mehrzweckraum des Hauses St. Johannes am Schönbrunner Raphaelweg 9 aufgebaut ist, konnten sich die Gäste ein eigenes Bild von der Ausstellung machen. An sechs Stationen erfahren Besucher Wissenswertes und Interessantes über die Bereiche Rechte und Selbstbestimmung, Gefühle, Liebe und Partnerschaft, Alltag (Freizeit, Wohnen, Arbeit), Körper und Sexualität sowie Beratung. Anhand von interaktiven Übungen können sich Ausstellungsbesucher selbständig mit diesen Themen beschäftigen, sich mit möglichen Problemen befassen oder sich selbst reflektieren. Sämtliche Ausstellungstexte sind in einfacher Sprache verfasst.

"Echt mein Recht" bietet Erwachsenen und Jugendlichen ab ca. 16 Jahren mit Lernschwierigkeiten anschauliche Möglichkeiten, sich mit ihren Rechten auf Selbstbestimmung, Sexualität und Schutz vor sexualisierter Gewalt auseinanderzusetzen. Die Ausstellung fördert Empowerment, Alltagskompetenz und sensible Nähe-Distanz-Gestaltung. Eine Selbstwertstärkung und eine Sensibilisierung der Männer und Frauen soll erreicht werden und konkrete Handlungsalternativen für den Alltag und bei Grenzüberschreitungen vermittelt werden.

Die Ausstellung kann vom 13. November bis einschließlich 13. Dezember 2019 zu folgenden Öffnungszeiten besucht werden:

Ohne vorherige Anmeldung: dienstags von 11.30 - 13.30 Uhr, donnerstags von 17.00 - 18.00 Uhr und samstags von 11.00 - 12.00 Uhr;

mit vorheriger Anmeldung/Terminabsprache unter praeventionsfachkraefte@schoenbrunn.de montags von 10.00 - 11.00 Uhr und von 13.30 - 14.30 Uhr, mittwochs von 18.00 - 19.00 Uhr und samstags von 9.00 - 10.30 Uhr.