Psychische Störungen und herausforderndes Verhalten bei Menschen mit

Kursnummer
9301008
Termin
10.12.2020 — 11.12.2020
Tages-Uhrzeiten
Donnerstag, 10. Dezember 2020, 10 bis 17.30 Uhr, und Freitag, 11. Dezember 2020, 9.30 bis 17 Uhr
Anmeldung bis
06.11.2020
Verbindliche Kosten
Kursgebühr € 250,00,– (für FWS Mitarbeiter/innen € 220,00,–), zuzüglich Tagesverpflegung € 33,– / Tag
Ort
Franziskuswerk Schönbrunn - Mehrzweckraum Hs. St. Johannes -
Zielgruppe
Zielgruppe Mitarbeiter/innen der Behindertenhilfe und andere Interessierte
Max. Teilnehmerzahl
30

Kursbeschreibung

Mehr als die Hälfte aller Menschen mit intellektueller und Entwicklungsbehinderung zeigt sogenanntes herausforderndes Verhalten unterschiedlichster Art und Ausprägung. Das Spektrum erstreckt sich von meist harmlosen motorischen oder verbalen Stereotypien über sozial störendes Verhalten bis hin zu schweren aggressiven Durchbrüchen. In der Betreuung ist es deshalb wichtig zu erkennen, ob das gezeigte Verhalten toleriert werden kann oder aber einer bestimmten Intervention bedarf. Dafür ist es erforderlich, das Verhalten zu verstehen und abzuklären, welche körperlichen,
psychischen und/oder psychosozialen Ursachen ihm eventuell zugrunde liegen. Dadurch können dann im Weiteren die jeweils geeigneten Maßnahmen im Rahmen von Assistenz, Hilfen oder Therapie eingeleitet werden. Dies stellt das gesamte Umfeld eines Menschen mit intellektueller und Entwicklungsbehinderung vor große Herausforderungen. Während des zweitägigen Kurses wird den Teilnehmern aufgezeigt, wie sie sich diesen Herausforderungen zunächst mittels eines systematischen differentialdiagnostischen Herangehens stellen. Sie lernen, mögliche körperliche Bedingungsfaktoren zu beachten, wie z.B. ein genetisches Syndrom, eine Epilepsie oder andere häufge somatische Beschwerdebilder von Menschen mit intellektueller und Entwicklungsbehinderung. Darüber hinaus erwerben sie die Fähigkeit, weitere wichtige Faktoren wie den sozioemotionalen Entwicklungsstand (SEO) zu verstehen und zu erheben. Ihnen wird vermittelt, welche Hinweise auf psychische Erkrankungen oder auch einen Autismus hindeuten und welcher Instrumente sie sich ggf. bedienen können. Zum Umgang mit verhaltensauffälligen Menschen mit intellektueller und Entwicklungsbehinderung werden diverse psychotherapeutische und milieutherapeutische Betreuungskonzepte und Behandlungsverfahren vorgestellt und anhand von Fallbeispielen veranschaulicht. Die Frage, ob auch eine pharmakologische Behandlung möglich oder überhaupt sinnvoll ist, wird einer kritischen Betrachtung unterzogen.
Bei Menschen mit intellektueller und Entwicklungsbehinderung kann die Differentialdiagnostik und Therapie von psychischen Störungen und herausforderndem Verhalten keine rein ärztliche Aufgabe sein. Vielmehr muss alltagsnah und damit zwingend multiprofessionell über verschiedene Lebensbereiche hinweg gearbeitet werden. Dieser Kurs soll Mitarbeiter/innen der Behindertenhilfe einen praktikablen Einstieg in die komplexe Materie ermöglichen und dabei vorhandenes Wissen vertiefen.

Diese Fortbildung kann entweder einzeln oder als Baustein der Weiterbildung „Menschen mit Intelligenzminderung und psychischen Auffälligkeiten verstehen und begleiten“ gebucht werden.

Dozenten


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