Teil 1 Emotionale Entwicklungsstufen und Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit geistiger Behinderung – Anwendung im pädagogischen Alltag

Kursnummer
9313010
Termin
18.10.2021 — 19.10.2021
Tages-Uhrzeiten
Teil 1: Montag, 18. Oktober 2021, 10 bis 17 Uhr, und Dienstag, 19. Oktober 2021, 9 bis 17 Uhr Teil 2: Donnerstag, 2. Dezember 2021, 10 bis 17 Uhr, und Freitag, 3. Dezember 2021, 9 bis 17 Uhr
Anmeldung bis
17.09.2021
Verbindliche Kosten
Kursgebühr € 420,00,– (für FWS Mitarbeiter/innen € 390,00,–), zuzüglich Tagesverpflegung € 33,– / Tag
Ort
Franziskuswerk Schönbrunn - Mehrzweckraum Hs. St. Johannes -
Zielgruppe
Mitarbeiter/innen aus allen Bereichen der Behindertenhilfe
Max. Teilnehmerzahl
20

Kursbeschreibung

Seit gut 20 Jahren verdichten sich die Hinweise in der psychiatrisch-heilpädagogischen Arbeit und wissenschaftlichen Forschung, dass Verhaltensauffälligkeiten bei Menschen mit Intelligenzminderung weniger mit dem Grad der kognitiven Beeinträchtigung zu tun haben als vielmehr mit der emotionalen
Reife, die die jeweilige Person in ihrer Entwicklung erreicht hat. Dies deckt sich mit der alltäglichen Erfahrung in der Behindertenarbeit, dass bei Menschen mit Intelligenzminderung zwar oft ein Wissen um Verbote oder Regeln vorhanden ist, aber das Handeln in der Alltagssituation nur schwer an diesem Wissen ausgerichtet werden kann. Vorschnell kommt es dann zu Interpretationen, dass es der jeweiligen Person einfach am ernsthaften Willen mangle und sie mit ihrem Fehlverhalten nur die
Aufmerksamkeit anderer erreichen wolle. Dass die Person in diesem Moment aber nicht anders handeln kann und sich vielleicht sogar in einer existenziellen Not befndet und ihr Tun nicht moralisch einordnen kann, wird meist nicht erkannt. Pädagogische Maßnahmen oder Konzepte greifen in diesem Fall ins Leere.
Aus der emotionalen Entwicklung eines Menschen kann jedoch schlüssig abgeleitet werden, welche Bedürfnisse seinem Verhalten zugrunde liegen und wie diese Erkenntnis in der pädagogischen Begleitung Berücksichtigung fnden kann. Das entwicklungspsychologische Konzept der emotionalen Reife stellt insofern eine unverzichtbare Brücke zwischen Diagnostik und Alltagsbegleitung dar. Die Kenntnis davon vertieft das Verständnis für Verhalten allgemein und für Verhaltensauffälligkeiten im Besonderen.
Ziel der Veranstaltung ist es, die Alltagsrelevanz des Konzeptes umfassend zu verstehen und die Grundzüge einer solchen entwicklungspsychologischen Diagnostik zu erlernen. Hierfür wird die neue, europaweit vereinheitlichte Skala der Emotionalen Entwicklung – Diagnostik (SEED) vorgestellt, besprochen und anhand von Fallbeispielen eingeübt. Speziell formulierte Indexfälle des Arbeitskreises „Networks of Europeans on Emotional Development“ helfen dabei, die eigenen Einschätzungen zu überprüfen. Die Ableitung von milieugestalterischen und unmittelbar pädagogischen Maßnahmen wird exemplarisch erlernt, selbstständig eingeübt und die erarbeiteten Ergebnisse supervidiert.

>>> Bitte beachten Sie, dass sich die ausgewiesene Kursgebühr auf den gesamten Kurs (Teil 1 und 2) bezieht. Dieser ist nur als Gesamtmodul buchbar.

Dozenten


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