Lügen, Widerstand, Aggression – Konstruktiver Umgang mit herausforderndem Verhalten vor dem Hintergrund der emotionalen Entwicklungsstufen (SEED)

Auf einen Blick

Kursnummer
9311022
Termin
07.06.2027 — 08.06.2027
Tages-Uhrzeiten
Montag, 7. Juni 2027, 9:30 Uhr bis 17 Uhr und Dienstag, 8. Juni 2027, 9 Uhr bis 16:30 Uhr
Anmeldung bis
07.05.2027 (spätere Anmeldung möglich, sofern Plätze frei sind.)
Verbindliche Kosten
Kursgebühr € 320,– (für FWS Mitarbeiter/innen € 0,–), zuzüglich Tagesverpflegung € 38,– / Tag
Ort
Franziskuswerk - Hs. Johannes MRZ - Raphaelweg 9 - 85244 Schönbrunn
Zielgruppe
Mitarbeitende aus allen Bereichen der Behindertenhilfe und andere Interessierte
Max. Teilnehmerzahl
20

Kursbeschreibung

Verhalten verstehen – Beziehung gestalten – Handlungssicherheit gewinnen

Worum geht es?
Wenn Menschen lügen, sich verweigern oder aggressiv reagieren, geraten pädagogische Fachkräfte schnell unter Handlungsdruck. Was auf den ersten Blick provozierend, manipulativ oder absichtlich verletzend wirkt, kann jedoch Ausdruck von Überforderung, Angst, fehlender Selbstregulation oder eines emotionalen Entwicklungsbedarfs sein.
Die Fortbildung lädt dazu ein, herausforderndes Verhalten nicht vorschnell moralisch zu bewerten, sondern seine mögliche Funktion im jeweiligen Entwicklungs- und Beziehungskontext zu verstehen. Das SEED-Modell, das auf dem entwicklungspsychologischen Ansatz von Anton Došen beruht, bietet hierfür eine praxisnahe Orientierung: Pädagogische Erwartungen und Interventionen werden an den emotionalen Bedürfnissen und Kompetenzen der betreuten Person ausgerichtet.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die professionelle Haltung. Die Teilnehmenden reflektieren eigene Deutungen, Gefühle und Impulse und entwickeln eine Haltung, die Klarheit und Grenzsetzung mit Respekt, Beziehungssicherheit und Entwicklungsorientierung verbindet. Ziel ist nicht, jedes Verhalten hinzunehmen, sondern angemessen, deeskalierend und wirksam zu handeln.

Was Sie erwartet
• Das SEED-Modell und die emotionalen Entwicklungsstufen nach Anton Došen: Grundgedanken, Bedürfnisse und pädagogische Konsequenzen
• Lügen, Widerstand und Aggression als mögliche Bewältigungs- und Kommunikationsformen verstehen
• Professionelle Haltung: vom Etikettieren und Personalisieren hin zu Neugier, Präsenz, Wertschätzung und klaren Grenzen
• Präfrontaler Cortex und limbisches System: verständliche neurobiologische Grundlagen von Stress, Impulskontrolle, Affektregulation und Eskalation
• Co-Regulation vor Selbstregulation: Sicherheit vermitteln, Erregung reduzieren und wieder in Kontakt kommen
• Gemeinsame Entwicklung konkreter, auf die jeweiligen emotionalen Entwicklungsstufen abgestimmter Interventionsmöglichkeiten: wertschätzend, empathiefokussiert und entwicklungslogisch – von bewährten konventionellen bis zu unkonventionellen Ansätzen
• Reflexion eigener Fallbeispiele, Erarbeitung konkreter Handlungsalternativen und Transfer in die Praxis

Dozenten

Stefan Koch

Diplom-Psychologe, Therapeut, Erlebnispädagoge, Anti-Gewalt- und Coolness-Trainer; Ausbilder KiBAConMa ® und DEKIM ®