Fachdienste

Unterstützen – begleiten – beraten – fördern

Eine Voraussetzung für eine gute Lebensqualität ist, dass man sich körperlich und seelisch gut fühlt – zuhause, in der Arbeit und in der Freizeit. Außerdem brauchen Menschen Zeit und Raum, ihre Fähigkeiten zu erkennen und zu entwickeln, ihre Identität zu finden und ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Damit dies gelingen kann, stehen im Franziskuswerk nicht nur verschiedene Wohnformen und Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung, sondern auch unterschiedliche Fachdienste, die mit ihren Angeboten helfen, dass Menschen mit Behinderung ihr Leben gut und zufrieden gestalten können und selbstbetimmt ihren eigenen Weg gehen. Die Fachdienste unterstützen, begleiten, beraten und fördern Kinder Jugendliche, Erwachsene und Senioren in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen.

Heilpädagogik & Psychologie Erwachsene

Heilpädagogik & Psychologie Kinder u. Jugendliche

Pflege

Freizeit und kulturelle Bildung

Musikzentrum

Fachdienst Heilpädagogik & Psychologie Erwachsene

© Franziskuswerk Schönbrunn
© Franziskuswerk Schönbrunn

Der Fachdienst Heilpädagogik und Psychologie für Erwachsene bietet Begleitungen für Menschen an, die Wohnangebote des Franziskuswerkes Schönbrunn in Anspruch nehmen. An den vorhandenen Ressourcen ansetzend, unterstützt er im Einzelkontakt oder in Kleingruppen mithilfe verschiedener Konzepte aus der Heilpädagogik und Psychologie wie:

  • Unterstützte Kommunikation
  •  Musiktherapie
  •  Trauerbegleitung
  •  Sozialkompetenztraining u.v.m.

Der Fachdienst begleitet die Menschen wertschätzend und einfühlsam bei z.B. dem Verlust von nahestehenden Personen, Umzug, verändertes Verhalten oder Wahrnehmung. Dabei streben wir eine bestmögliche  Zusammenarbeit mit allen am Begleitungs-und Beratungsprozess Beteiligten an.

Dem Fachdienst stehen verschiedene Räume zur Verfügung:

  • Entspannungsraum mit Wasserbett
  • Mal- und Werkraum
  • Bewegungs- und Musikraum
  • Besprechungszimmer

Fachdienst Heilpädagogik & Psychologie Kinder und Jugend

„Was ist denn das, Lebensgefühl?“, fragte Pelle. „Sitzt so etwas in den Händen?“ Malin schaute ihren kleinen Bruder zärtlich an. „Bei dir sitzt es, glaube ich, in den Beinen. Wenn du sagst, du hast soviel Gerenne in den Beinen, dann ist das Lebensgefühl.“

Astrid Lindgren aus ‚Ferien auf Saltkrotan‘

Der Fachdienst im Kinder- und Jugendbereich unterstützt Kinder und Jugendliche mit einem besonderen Erziehungs- bzw. Betreuungsbedarf.

Im Einzelkontakt und in Kleingruppen begleitet, unterstützt und fördert er Kinder und Jugendlichen individuell mithilfe verschiedener Konzepte und Methoden aus der Psychologie und Heilpädagogik. Dabei arbeitet er eng mit Betreuern, Eltern und anderen Bezugspersonen zusammen. Für die Kinder und Jugendlichen ist der Fachdient auch Ansprechpartner in kritischen oder krisenhaften Lebensphasen (z.B. Trauerbegleitung, Begleitung von Schulabschluss und Umzug, Scheidung der Eltern, etc.).

Zudem steht der Fachdienst auch den Betreuern der Gruppen beratend zur Seite, bietet Entwicklungs- und Leistungsdiagnostik an und moderiert die Persönliche Lagebesprechung der jugendlichen Schulabgänger.

„Warum gehst du denn so krumm, Tiger?“, fragt der kleine Bär. „Weil ich so unglücklich bin“, sagte der kleine Tiger. „Weil wir keinen Schatz gefunden haben.“ „Dann steig auf“, sagte der kleine Bär, „ich trag dich ein Stückel.“

Janosch aus ‚Komm, wir finden einen Schatz‘

Die Arbeitsweise des Fachdienstes ist von unbedingter Wertschätzung für das Gegenüber geprägt. Dabei steht immer der Beziehungsaufbau zu Beginn jeder Begleitung im Mittelpunkt: „Therapie findet innerhalb einer Beziehung statt„.

Neben der Stärkung und Weiterentwicklung vorhandener Ressourcen sollen alle Entwicklungsbereiche gefördert werden:

  • emotionaler Bereich
  • sozialer Bereich
  • kognitiver Bereich
  • psycho-motorischer Bereich
  • Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung

Für seine Arbeit stehen dem Fachdienst unterschiedliche Räume zur Verfügung: Im spieltherapeutisch eingerichtetem Spielzimmer, einem Bewegungsraum, zwei Kunst- und Werkräumen sowie weiteren Therapieräumen können Kinder und Jugendliche individuell begleitet werden.

Die Fachdienst-Leiterin Dipl.Psych. Silvia Kuffer gibt anhand eines Fallbeispieles einen Einblick in die Arbeit des Fachdienstes

„Ziel der Leistungen des Fachdienstes ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung zu fördern, zu begleiten und zu unterstützen. Im Fokus steht das individuelle Kind / Jugendlicher mit seiner Geschichte, seinen Bedürfnissen, Ressourcen, Beziehungen und Bindungen und individuellen Risiko- und Schutzfaktoren.“

Konzeption des Fachdienstes für Heilpädagogik und Psychologie für Kinder und Jugendliche

So steht es in der Konzeption des Fachdienstes für Heilpädagogik und Psychologie für Kinder und Jugendliche im Franziskuswerk Schönbrunn. Dies unterscheidet sich erst mal nicht von einer Konzeption wie sie aus Einrichtungen der Jugendhilfe stammen könnte.

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Psychologin im Fachdienst für Kinder und Jugendliche in einer Einrichtung der Eingliederungshilfe stellte sich für mich – langjährige Erfahrung in der Jugendhilfe, Systemische Familientherapeutin – die Frage: Wo ist der Unterschied? Wie muss ich mit „behinderten“ Kindern und Jugendlichen „anders“ arbeiten? Es war ein Experiment und ich war – zugegeben – ziemlich aufgeregt und verunsichert. Aber, was sollte ich aus anderes tun, ich startete einfach mal mit dem Wissen und den Methoden, die ich kannte, in meine erste Begleitung:

Sarah war eine Jugendliche, 15 Jahre alt (das lag mir schon mal gut), die eine Intelligenzminderung aufwies (ich las zunächst die Akte, wie sonst auch) und seit einem Jahr im Wohnheim lebte, weil ihre Eltern mit Beginn der Pubertät überfordert waren und sie etliche Verhaltensauffälligkeiten zeigte, wie scheinbar grundlose Aggression, stark sexualisiertes Verhalten, teilweise auch Selbstaggression (auch das kannte ich aus der Jugendhilfe). Sie erfuhr wenig Wertschätzung zu Hause und man ließ sie stets spüren, dass sie anders und „weniger wert war“ als ihre Geschwister.

Ich entschloss mich dazu, Sarah unvoreingenommen kennen zu lernen, eine Beziehung mit ihr aufzubauen, in dem ich echtes Interesse an ihr, ihrem Leben, ihren Wünschen, Sorgen und Ängsten hatte. Der Vertrauens- und Beziehungsaufbau zu Sarah verlief anfangs mühsam – sie war sehr misstrauisch und schon resigniert in sich gekehrt – dann, nachdem ich verschiedene „Beziehungstests“ bestanden hatte, öffnete sich Sarah ungeahnt schnell und dankbar und begann ihre eigenen Themen, Sorgen und Wünsche rege in die Sitzungen einzubringen.

Ich merkte bald, dass sich die Arbeit praktisch nicht von meiner bisherigen Arbeit in der Jugendhilfe unterschied. Die Methoden waren die Gleichen, Sarah war ein junges Mädchen in der Pubertät, mit den gleichen Sorgen, Ängsten und Wünschen wie alle anderen 15-jährigen Mädchen auch. Manches dauerte länger, Vieles konnte Sarah nicht gleich so ausdrücken, aber gemeinsam kamen wir schon darauf und lachten oft über das Erreichte und das Verstandene oder auch Missverstandene.

Vieles erschien mir schwieriger und mühsamer für Sarah zu sein, als für andere Kinder. Sarah schien diese Wahrnehmung aber nicht zu teilen und oft bewunderte ich ihren Optimismus, ihre Lebensfreude und ihre Unermüdlichkeit bei Schwierigkeiten und Hindernissen wieder neu anzufangen. Hier konnte so mach Anderer noch etwas von Sarah lernen.

Sarah hat mir gezeigt, dass es keinen wirklichen Unterschied in der psychologischen Arbeit mit Kindern mit oder ohne Behinderung gibt und vermeintliche Hürden oder Schwierigkeiten immer außergewöhnliche Ressourcen und Fähigkeiten gegenüberstehen, die mich bis heute in meiner Arbeit überraschen und diese für mich so besonders und bereichernd machen.

Dipl.Psych. Silvia Kuffer


Fachdienst Pflege

Der Fachdienst Pflege hat ein breites Aufgabenspektrum. Zunächst sind geplante Einsätze in Wohngruppen wie z.B.  Verbandswechsel oder Spritzen setzen sowie ungeplante Einsätze wie das Einleiten von lebensnotwendigen Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes oder allgemeine Erste Hilfe und Notfall-Versorgung z.B. bei Verletzungen nach einem Sturz oder die Begleitung von epileptischen Anfällen wichtige Aufgaben des Fachdienstes.

Bei allen medizinischen Angelegenheiten unterstützt der Fachdienst Pflege die Mitarbeitenden der Wohngruppen. Ferner steht der Fachdienst den Mitarbeitenden bei pflegerelevanten Fragen beratend zur Seite. Unterweisungen in geltenden Pflegestandards werden auf Wunsch in den Wohngruppen durchgeführt.

Ziel ist es, dass sich die  Mitarbeitenden der Wohngruppen bei der medizinisch-pflegerischen Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sicher fühlen und sie somit deren Wohlergehen gewährleisten.

Dazu arbeitet der Fachdienst eng mit der in Schönbrunn ansässigen hausärztlich – fachärztlichen Gemeinschaftspraxis zusammen. Zusätzlich übernimmt er die Terminierung von Hausbesuchen von externen Ärzten sowie administrative Aufgaben wie z.B. Chipkarten einlesen oder Überweisungsscheine oder nötige Rezepte anfordern. 

Beim Fachdienst Pflege sind Gesundheits- und Krankenpfleger*innen sowie Altenpfleger*innen tätig. Er ist werktäglich von 6:00 – 20:00 Uhr und an Wochenenden und Feiertagen von 11:30 – 20:00 Uhr im Einsatz.