Edith-Stein-Förderstätte

Die Förderstätte bietet Menschen mit Behinderung, die nicht oder noch nicht in der Werkstatt arbeiten können, Teilhabe an der Gesellschaft und am Arbeitsleben. In der Edith-Stein-Förderstätte erhalten Sie individuelle Assistenz zur persönlichen Weiterentwicklung sowie Assistenz zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten. Unsere Mitarbeiter orientieren sich am Inklusionsgedanken und arbeiten nach dem Prinzip des Personenzentrierten Denkens.
Rechtsgrundlage für die Förderstätte ist der § 219, Abs. 3 BTHG. Dieser beinhaltet, dass Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung nicht, nicht mehr oder noch nicht in einer Werkstatt arbeiten können, die Möglichkeit haben in einer Förderstätte einer Betätigung nachzugehen.

Werkstattorientierung

Unsere Förderstätte arbeitet eng mit der Werkstatt für behinderte Menschen zusammen. Besonders stolz sind wir daher auf unser Leistungsangebot Werkstattorientierungsgruppe. Mit einem Personalschlüssel, der dieser Aufgabe gerecht wird, werden unter dem Dach der Werkstatt schwerstbehinderte Menschen sehr individuell auf den Übertritt in eine Werkstatt für behinderte Menschen vorbereitet.

Auch verschiedene Neigungsgruppen erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Bandbreite erstreckt sich von Beauty über Musik bis zur Entspannung.

Die hell und ansprechend gestalteten Räume der Edith-Stein-Förderstätte sind auf drei Gebäude verteilt. Die meisten Gruppenräume haben Terrassen und somit einen direkten Zugang zum Gartenbereich. Alle 23 Gruppenräume sind in einen Arbeits- und Betätigungsbereich und in einen Ruhebereich unterteilt. Die räumliche Aufteilung und Gestaltung erfolgt entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Gruppe.

Die übergreifend genutzten Räume wie Snoezelenraum, Bewegungsräume, Lernküchen, Werkraum sind modern ausgestattet und attraktiv gestaltet. Jeweils drei Gruppen sind in einem Gebäudeteil untergebracht.

Unsere Ausstattung:

  • Gruppenräume mit Terrassen
  • Snoezelenraum und Aktiv-Snoezelen-Raum
  • Bewegungsraum
  • Lernkücke
  • Werkraum
  • Garten
  • Wasserbettraum

Wir bieten den Beschäftigten an, soziale Kompetenzen zu festigen und auszubauen. Mitarbeiter unterstützen die Beschäftigten dabei, eigene Grenzen wahrzunehmen und zu äußern, die Grenzen anderer zu erkennen und sie zu akzeptieren, Kontakte auszuhalten, Kontakte anzubahnen und auszubauen, Regeln des gesellschaftlichen Umgangs zu erlernen und umzusetzen.

Jeder Mensch möchte sich in seiner Umwelt, an seinem Arbeitsplatz wohl fühlen, am Miteinander teilhaben, mit dem Chef und den Kollegen gut zurechtkommen, akzeptiert werden, Kontakte zu Kollegen haben, Freundschaften  erhalten und mit Freude in die Arbeit gehen.

Wir bieten jedem Beschäftigten, unabhängig von seiner Art der Behinderung und seiner Sprachfähigkeit an, das Kommunikationsvermögen zu erweitern. Jeder Mensch bringt seine eigene Ausdrucksmöglichkeit mit. Wir unterstützen die Beschäftigten in der Förderstätte diese auszubauen (Unterstützte Kommunikation) und so zu erweitern, dass der einzelne sich so gut wie möglich mitteilen kann und vom Gegenüber verstanden wird.
Die Kommunikation ist ein wichtiges Medium in der Teilhabe an der Gesellschaft. Jeder Mensch möchte verstanden werden, seine Bedürfnisse mitteilen und mit dem anderen in Kontakt kommen. Ein nicht verstanden werden führt zu permanenten Frustrationserlebnissen. Diesem wollen wir vorbeugen.

Die Förderstätte bietet für sprechende Menschen die Verbesserung der Sprache und die Erweiterung der Kommunikation untereinander an. Nichtsprechende Personen erhalten die Möglichkeit ihre Kommunikation mit unterschiedlichen Methoden zu erlernen und sich darüber mitzuteilen.

Mit Hilfe von

  • TEACCH
  • Symbolkarten
  • Bildkarten
  • Fotokarten
  • Big Mack
  • Go Talker
  • PC
  • Buchstabentafeln
  • Schriftkarten
  • Gebärden

werden individuelle Möglichkeiten zur Kommunikation geschaffen.

Bewegung bedeutet:
Lebendigkeit und Aktivität, dorthin zu kommen, wohin man möchte, dorthin zu schauen, was einem wichtig ist. Wir bieten ein kontinuierliches Mobilitätstraining für alle Beschäftigten je nach individuellem Bedarf an.

In der Förderstätte finden u.a. Bewegungsangebote wie Rollstuhlfahrtraining, Gymnastik für Rollstuhlfahrer, Stuhlgymnastik, Gehtraining, Lagerungen und Bewegungseinheiten im Freien statt. Für die Mobilität stehen den Beschäftigten ein Bewegungsraum, ein Aktivsnoezelenraum und die  Außenanlagen zur Verfügung. Die Mitarbeiter der Förderstätte stehen im engen Kontakt und Austausch mit der Physio- und Ergotherapie.

Unsere Leistungen:

  • Gehtraining
  • Easy Walker
  • Fußball
  • Stuhlkreis
  • Gymnastik
  • Passive Bewegung
  • MotoMed
  • Tanz
  • Aktiv-Snoezelen-Raum
  • Garten
  • Bewegungsraum
  • E-Bike

Für jeden Beschäftigten eine sinnvolle Tätigkeit und jeder macht mit!
In der Förderstätte können Beschäftigte Ausdauer, Geduld, Arbeitshaltung, Arbeitstugenden, Konzentration und Fertigkeiten erlernen und erweitern. Das Angebot ist individuell auf den einzelnen zugeschnitten, angefangen von der basalen Erfahrung mit verschiedenen Materialien, Materialerprobung, kleine Arbeitsschritte bis hin zu komplexeren Abläufen.

Die Mitarbeiter unterstützen durch Handführung, verbale Anleitung, praktische Vorführung, Bildkarten und Vorrichtungen die Lernprozesse bei WfbM Trainingsarbeiten und bei der Erstellung von Eigenprodukten.

Ein weiterer Tätigkeitsbereich sind unsere Dienstleistungen, die wir sowohl intern als auch außerhalb Schönbrunns unter dem Namen „Franziskuswerkler“ anbieten.
Das Tätigkeitsangebot runden wir durch Erlernen von Nahrungszubereitung, Einkaufen, Hygienetraining, Körperpflege/-wahrnehmung, hauswirtschaftliche Tätigkeiten und räumlicher und zeitlicher Orientierung ab. Ebenso werden Gesellschaftsspiele zur Erweiterung der Kommunikation und des gemeinsamen Tuns angeboten. Die Betätigung findet innerhalb der Gruppe statt. Diese kann in Einzelarbeit als auch in einer Gruppenarbeit stattfinden.

Bildung ist fest in der Tagesstruktur verankert. Wichtig ist hierbei:
Verbesserung und Erhalt von individuellen, sozialen und fachlichen Kompetenzen.

Hierbei arbeiten Förderstätte und WfbM eng zusammen.

Jeder Mensch hat individuelle Anforderungen. Wir haben uns darauf spezialisiert, diese Anforderungen bestmöglich zu erfüllen. Einige Beispiele sind:
Werkstattnahe Gruppe, spezialisierte Gruppen für Menschen mit Autismus, multidisziplinäre Teams auf dem neuesten Ausbildungsstand, persönliche Zielvereinbarung.

Natürlich bieten wir viele verschiedene Bildungsmodule an. Von religiösen Themen und Festen über Berufe, Arbeitstechniken bis hin zu Gesundheit, Ernährung oder Bewegung.

Jeder Mensch benötigt einen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung. Nur in einem entspannten Zustand ist der Mensch in der Lage zu lernen und sich auf eine Tätigkeit einzulassen, sich im sozialen Miteinander wohl zu fühlen und an der Gesellschaft teilzuhaben.
Personen, die eine Tendenz zu fremd- und selbstverletzendem Verhalten haben, werden intensiv begleitet Entspannung zu erfahren.
Die Mitarbeiter erarbeiten mit jedem Beschäftigten eine Möglichkeit, mit welcher dieser am Besten entspannen kann. Dies kann für den einen ruhige Musik und Düfte, für den anderen tanzen sein.

Einige Beispiele zur Entspannung:

  • Musik
  • Sport
  • Wasserbett
  • Massage
  • Duftöle
  • Freie Beschäftigung
  • Snoezelen
  • Trampolin
  • Tanzen

Wir laden alle Beschäftigten der Förderstätte ein mit uns christliche Feste vorzubereiten und mitzufeiern. Christliche Werte wie Hilfsbereitschaft oder Wertschätzung werden vermittelt. Unsere Mitarbeiter gestalten religionspädagogische Einheiten mit Naturmaterialien, Figuren, Bilder und  Musik.
Es werden jahreszeitliche Feste gefeiert wie z. B. Erntedank, Ostern und Pfingsten. 

Mehrmals im Jahr finden Mitmachgottesdienste, Gottesdienstbesuche und einmal im Jahr der Franziskustag statt. Hier arbeiten wir eng mit der Seelsorge zusammen. Die Feste können mit allen Sinnen erfahren werden: riechen, hören, schmecken, tasten.
Jeder kann sich soweit einbringen, wie er es möchte.

Unsere Angebote:

  • Ostern
  • Pfingsten
  • Advent
  • Erntedank
  • Gottesdienst
  • Tischgebete
  • Musik
  • Gestalten

Gewöhnlich findet der Alltag eines Förderstättengängers in den Räumlichkeiten einer Förderstätte statt. Nicht so in der Edith-Stein-Förderstätte: Seit 2014 gehen wir als „Franziskuswerkler“ neue Wege mit Dienstleistungen außerhalb der Förderstätte. Die Grundidee ist, Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die täglich in der Förderstätte beschäftigt sind, mehr selbstbestimmte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und dadurch Akzeptanz und Wertschätzung in der Gesellschaft zu erhalten. Wie in der UN-Behindertenrechtskonvention Art. 27 Abs. 1 gefordert, haben Menschen mit Behinderung gleiches Recht auf Arbeit, sowie ein Recht auf freie Wahl der selbigen. Wir erweitern mit den Dienstleistungen das Arbeitsangebot der Förderstätte, wir bieten die Möglichkeit am Arbeitsleben und am Sozialraum teilzuhaben. Menschen mit Behinderung erfahren Akzeptanz und Wertschätzung ihrer Leistung. Durch regelmäßige Kontakte werden Berührungsängste abgebaut und der Umgang miteinander selbstverständlich.

Aktuelle Dienstleistungen außerhalb der Förderstätte

  • Altpapierabholung
  • Altglasabholung
  • Tisch- und Raumdekoration passend zur Jahreszeit oder zum Anlass
  • Flyerverteilung
  • Brez´nboten