ADHS bei Menschen mit geistiger Behinderung – häufig übersehen, oft missverstanden

Auf einen Blick

Kursnummer
9313065
Termin
15.11.2027 — 16.11.2027
Tages-Uhrzeiten
Montag, 15. November 2027, 9.30 bis 17 Uhr, und Dienstag, 16. November 2027, 9 bis 16.30 Uhr
Anmeldung bis
14.10.2027 (spätere Anmeldung möglich, sofern Plätze frei sind.)
Verbindliche Kosten
Kursgebühr € 320,– (für FWS Mitarbeiter/innen € 0,–), zuzüglich Tagesverpflegung € 38,– / Tag
Ort
Franziskuswerk - W5 Bürgerhaus - 85244 Schönbrunn – https://www.franziskuswerk.de/leben/w5-buergerhaus-cafe-bistro.html
Zielgruppe
Mitarbeitende aus allen Bereichen der Behindertenhilfe
Max. Teilnehmerzahl
18

Kursbeschreibung

Wenn Unruhe, Impulsivität und Konflikte falsch interpretiert werden

Studien zeigen: 15-30 % der Menschen mit intellektueller Entwicklungsstörung haben zusätzlich eine ADHS-Symptomatik – also etwa 3-5-mal häufiger als in der Gesamtbevölkerung. Dennoch wird ADHS in Einrichtungen oft nicht erkannt oder falsch interpretiert. Verhaltensweisen wie starke Unruhe, impulsive Ausbrüche, geringe Frustrationstoleranz oder Konzentrationsprobleme werden nicht mit ADHS in Verbindung gebracht.

Für Teams bedeutet das oft:
• wiederkehrende Konflikte
• hohe Belastung im Alltag
• Uneinigkeit im Team
• viele Eskalationen im Gruppenalltag

In diesem Seminar lernen Sie, ADHS bei Menschen mit geistiger Behinderung besser zu erkennen, zu verstehen und pädagogisch wirksam zu begleiten.

Inhalte
• Was ist ADHS?
• Neurobiologische Grundlagen verständlich erklärt
• Warum ADHS bei Menschen mit Behinderung besonders häufig vorkommt
• Wie zeigt sich ADHS im Wohnbereich und in Werkstätten?
• Typische Fehlinterpretationen im Betreuungsalltag
• Abgrenzung zu Autismus, Trauma, Überforderung
• Warum ADHS im Gruppensetting oft eskaliert
• Typische Teamdynamiken bei unerkanntem ADHS
• Häufige Fehler in Einrichtungen
• ADHS-geeignete Milieugestaltung

Ziele
Die Teilnehmenden lernen ADHS bei Menschen mit Behinderung früher zu erkennen.
Die Teilnehmenden lernen Verhalten funktional statt moralisch zu interpretieren.
Die Teilnehmenden lernen Eskalationen im Alltag zu reduzieren.
Die Teilnehmenden lernen den Alltag strukturierter und entlastender für Teams zu gestalten

Arbeitsweise
praxisnahe Inputs, Fallbeispiele aus Wohnbereich und Werkstätte, Gruppenarbeiten, Austausch aus der Praxis

Dozenten

Christine Weiss