Der Clown und das Suchspiel

In Zeiten von Corona hat sich bei vielen unserer Kolleg*innen der Tagesablauf radikal verändert. Ganz besonders natürlich in den Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit. Doch trotz dieser schwierigen Situation erreichen uns immer wieder ganz wunderbare Ideen.

Hier ein Beispiel aus der Heilpädagogischen Tagesstätte (HpT). Hier entstand ein ganz besonderes Konzept mit der Intention, den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen möglichst gut aufrecht erhalten zu können. Durch den telefonischen Kontakt ist dies derzeit nur begrenzt möglich, „nicht alle Kinder können verbal kommunizieren“, berichtet Verena Popp, die Leiterin der HpT. Der Wunsch nach gewohntem Alltag mit seinen Betreuer*innen ist sehr stark.

Ines Klement, Heilpädagogin mit Zusatzausbildung zum Clown, kam auf den Gedanken, die Kinder und Jugendlichen Zuhause zu besuchen, als Clown „Hallo“ zu sagen. Das gesamte Team war begeistert und machte sich an die praktische Umsetzung.

Anja Kustermann, die nicht nur Heilerziehungspflegerin ist, sondern darüber hinaus ausgebildete Fotografin, setzte sich intensiv mit dem Thema auseinander: Wie reagieren die Kinder und Jugendlichen auf den Mundschutz. Wie entstehen geniale Ideen – oftmals einfach so – oder, wenn sie der richtige Mensch am richtigen Ort entwickelt. Zum Glück für uns wurde die Idee von Anja Kustermann sowohl durch ihre pädagogische Professionalität wie auch durch ihr fotografisches Können hervorragend umgesetzt. Sie fotografierte ihre Kolleg*innen mit und ohne Mundschutz und entwickelte daraus eine Art Memory-Spiel. Beim Spiel mit diesen Karten sollen die Kinder und Jugendlichen die Gesichter mit und ohne Mundschutz zuordnen. Dies bietet die Möglichkeit, sie an das veränderte Aussehen durch den Mundschutz heranzuführen.

Die Mitarbeiter*innen der jeweiligen Gruppen der HpT bastelten für die Kiddies und Jugendlichen zusätzlich individuelle kleine Geschenke mit persönlichen Briefchen, die mit dem Memory den Kindern beim Besuch überreicht wurden. Eine Wiederholung des Suchspiels ist geplant. Trotz Betreuung der Notgruppen und unter Einhaltung aller hygienischen Vorgaben gelang dem Team der Heilpädagogischen Tagesstätte die Umsetzung dieses genialen Konzeptes.

Ein außergewöhnliches Beispiel von Zusammenarbeit, Professionalität und Ideenreichtum.

© Franziskuswerk Schönbrunn