Aufnahme von 100 Flüchtlingen aus der Ukraine

Update 19.03.2022:

Stand 18.3. wurden ca. 750 Menschen im Welcome Center des Landkreises Dachau (Turnhalle Johannes-Neuhäusler-Schule Schönbrunn) registriert. Der Landkreis rechnet mit täglichen Neuankünften von ca. 100 Personen. Ungefähr die Hälfte der Neuankömmlinge im Landkreis reist relativ zügig weiter, ansonsten werden die Menschen weiterhin auf Privatunterkünfte im Landkreis verteilt.

Seit Anfang dieser Woche übernachten nun auch Geflüchtete im Hs. Irmengard, in der Regel jedoch nur ein bis drei Nächte. Derzeit sind dies ca. 70 Personen. Das Landratsamt rechnet damit, dass noch die kommenden zwei, drei Wochen die Menschen aus der Ukraine überwiegend an Privatleute weitervermittelt werden können.

Seit der vergangenen Woche stellen die Franziskanerinnen von Schönbrunn nach einiger notwendiger Umorganisation ein Stockwerk von Hs. Elisabeth zur Verfügung. Das bedeutet, dass ca. 15 Personen zusätzlich in Schönbrunn aufgenommen werden können.

Der Geschäftsbereich Kinder und Jugend bereitet sich gerade in Abstimmung mit den entsprechenden Fachstellen und anderen Trägern auf die Aufnahme von ukrainischen Kindern in den Kitas vor; ggf. wird sich auch noch zusätzlicher Bedarf in der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) oder bei der Frühförderung ergeben.

Viele Anfragen haben uns erreicht, ob sich das FWS nicht auch in der konkreten Hilfe für flüchtende Menschen mit Behinderung beteiligen könnte. Natürlich war dies von Anfang ein wichtiges Thema für uns. Seit gut einer Woche erhalten wir nun über unseren Fachverband und andere Strukturen des Caritasverbands konkrete Informationen und mittlerweile auch konkrete Anfragen zur Aufnahme.

Wir haben vergangene Woche umgehend damit begonnen, intern wie extern (Bezirk Oberbayern!) eine Prüfung in die Wege zu leiten, wie wir bis zu 15 Menschen mit Behinderung aus der Ukraine in unsere Wohngruppen integrieren können. Um dies zu realisieren stehen wir in engem Austausch mit der Caritas.
Des weiteren erreichten uns Mitte der Woche Anfragen, aus ukrainischen Behinderteneinrichtungen komplette Wohngruppen incl. deren Betreuer:innen aufzunehmen. Nach einer gestern getroffenen Absprache mit dem Landratsamt Dachau planen wir eine solche Aufnahme und bereiten dies nun auf Hochtouren vor. Nachdem hier noch die Räumlichkeiten und die Abstimmung mit den deutschen Behörden organisiert werden muss, gehen wir von einer Vorbereitungszeit von ca. drei bis vier Wochen aus. Wir haben dazu gestern Abend dem Caritasverband ein Aufnahmeangebot unterbreitet.

Zu guter Letzt danken wir Allen für Ihre Bereitschaft zu unterstützen und zu helfen! Ein besonderer Dank gilt hier Hannah Neumair und Andreas Simmnacher, die für den Katastrophenschutz des Landkreises als zentrale Ansprechpartner die Erstaufnahme beinahe rund um die Uhr unterstützen bzw. mit den Gemeinden das Sachspenden-Projekt zum laufen gebracht haben. Ebenso Claudia Staben-Obst, die unermüdlich die eingehenden Unterstützungsanfragen bündelt und die Zusammenarbeit mit der Caritas Dachau bzw. dem Landratsamt zur notwendigen Begleitung der geflüchteten Menschen auslotet und abstimmt. Dahinter vielen von Ihnen aus VBS und FWS, die einfach anpacken, wenn es notwendig ist!

Zusammenfassend wird dieser Dank auch in einer Rückmeldung eines Stiftungsrats der Viktoria-von-Butler-Stiftung ausgedrückt, der uns diese Woche erreichte: „Das was und wie Sie es tun, ist sehr beeindruckend und verdient Dank und Anerkennung. Ihr Engagement, ihre Ideen, die Motivation vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren ehrenamtlicher Einsatz hat meinen höchsten Respekt. Das ist Caritas und wahre Nächstenliebe!!! Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft und dass Sie mit ihrem ganz persönlichen Einsatz vielen Menschen Hoffnung und Zuversicht geben können. Der Segen Gottes möge Sie und alle die Sie dabei unterstützen, begleiten.“

Update 16. März 2022:

In den letzten Tagen ist viel passiert:

  • die von der Telekom zur Verfügung gestellten kostenlosen SIM Karten sind eingetroffen
  • kirchliche und seelsorgerische Aspekte wurden berücksichtigt
  • das Welcome Center ist voll in Betrieb
  • die Unterkunft in Haus Sankt Irmengard ist mit ca. 70 Personen, 4 Katzen und 2 Hunden belegt
  • die Grundversorgung ist soweit sicher gestellt
  • Dolmetscher und Kümmerer sind präsent
  • die von der Telekom zur Verfügung gestellten kostenlosen SIM Karten sind eingetroffen
  • kirchliche und seelsorgerische Aspekte wurden berücksichtigt

Die konkreten Bedarfe werden sich in den kommenden Tagen herauskristallisieren, vor allem, nachdem die Geflüchteten nun langsam ankommen und hoffentlich eine erste kleine Last von ihnen abfallen kann.

Update 10. März 2022:

Am heutigen Vormittag haben wir zu den Sachspenden mit den Bürgermeistern der Gemeinden Röhrmoos, Hebertshausen und Haimhausen eine pragmatische Regelung gefunden: Wir haben uns darauf verständigt, dass sich die drei Gemeinden und unser Unternehmensverbund zusammenschließen, um ein gemeinsames Sachspenden-Lager am Bauhof in Hebertshausen aufzubauen und einzurichten. Aus diesem Lager sollen dann die Flüchtlinge aus der Ukraine, die in den Gemeinden aufgenommen wurden, ihren Bedarf decken können.


Nach derzeitigen Stand wird es sogar einen „Tante-Emma-Laden“ in Hebertshausen geben, wo die Sachspenden gesichtet und ausgegeben werden können. Auch gibt es Überlegungen einen Fahr- und Lieferdienst für die Sachmittel einzurichten.

Für das zentrale Lager werden freiwillige Helfer/innen gesucht, die die angelieferten Spenden annehmen, diese sortieren und entsprechend über den Tante Emma Laden aushändigen. Ein Aufruf nach den freiwilligen Helfern wird noch erfolgen.

Damit alles gut organisiert läuft haben wir uns mit den drei Gemeinden gut vernetzt und stimmen uns regelmäßig zu den Bedarfen ab. Das ist wichtig, damit die Bedarfe gezielt gedeckt werden können und die Logistik der Sachen zu bewältigen ist. Sobald die Annahmestelle ihren Betrieb aufnimmt und bedarfsgerechte Sachspenden abgegeben werden können informieren wir Sie an dieser Stelle, auch falls es spezielle Bedarfe geben sollte. Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Spenden dann dorthin bringen.

Weiterhin bleibt Claudia Staben-Obst die Ansprechpartnerin für den Helferkreis-Ukraine. Wenn Sie also mit Ihrer persönlichen Zeit und Ihrem Engagement helfen wollen, melden Sie sich bei Ihr per E-Mail claudia.staben-obst@schoenbrunn.de oder Tel. 08139/800-8118.

Pressemitteilung vom 8. März 2022

Das Franziskuswerk Schönbrunn (FWS) hat mit einem hohen Engagement der Mitarbeiter:innen 100 Zimmer und Betten hergerichtet, um Flüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen zu können. Die ersten Ukrainer:innen werden ab Dienstagabend erwartet. Zur Integration der Ukrainer:innen wird der Helferkreis Ukraine aus Mitarbeiter:innen und Ehrenamtler:innen ins Leben gerufen. Für die gezielte Beschaffung nötiger Sachmittel bittet das FWS um Spenden.

Am Wochenende haben die Mitarbeiter:innen des FWS spontan mit dem Infrastrukturmanagement der Viktoria-von-Butler-Stiftung (VBS) und ehrenamtlichen Helfer:innen insgesamt 100 Zimmer für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine hergerichtet. In den Unterbringungen wurden  Betten aufgebaut und bezogen sowie Möbel aufgestellt. Von allen Beteiligten ist ein herzlicher Empfang vorbereitet worden. Auch die Bewohner:innen halfen mit und bastelten u.a. Willkommensplakate, die neben Blumen und einem Willkommensbrief in ukrainischer Sprache die Gäste in den Zimmern herzlich willkommen heißen.

Die Ankunft von Menschen aus der Ukraine in Schönbrunn wird nach aktuellsten Absprachen mit dem Landratsamt Dachau voraussichtlich für diesen Dienstagabend erwartet. Kurz vor dem Eintreffen werden die Einsatzkräfte des Roten Kreuz (BRK) und der Feuerwehr nach Schönbrunn kommen und sich auf die Erstaufnahme im Welcome-Center in der Turnhalle der Johannes-von Neuhäusler-Schule vorbereiten. Im Welcome-Center erfolgt nicht nur die behördliche Registrierung aller ankommenden Ukrainer:innen, sondern auch ein erster Gesundheits-Check. Außerdem wird eine Erstverpflegung durch das BRK gestellt, es bestehen Dusch-Möglichkeiten, eine Kinder-Spielecke ist eingerichtet.

Die Bereitschaft unserer Mitarbeiter:innen und Ihre Angebote zu helfen ist überwältigend und macht uns stolz. Dennoch wird das alleine nicht ausreichen. Deshalb sind wir dabei mit Freiwilligen aus dem Pfarrverband, Vereinen in Röhrmoos, Ehrenamtler:innen und anderen einen Helferkreis Ukraine ins Leben zu rufen. Hier geht es um unterschiedliche Aufgaben in der Begleitung der Ukrainer:innen, z.B. Begleitung bei Behördengängen oder Arztbesuchen, Kinderbetreuung, Einkaufshilfe, Freizeitgestaltung etc. Weiterhin werden Dolmetscherdienste nötig sein (ukrainisch, russisch). Angedacht ist ein „Patensystem“ aufzubauen, um persönliche Kontakte und ein Vertrauensverhältnis zwischen Geflüchteten und Helfer:innen aufzubauen und zu pflegen. Denkbar sind auch regelmäßige „Stammtische/Sprechstunden“-Angebote. Wahrscheinlich sind aber auch ganz praktische Dinge zu erledigen und es hilft, wenn jemand Fahrdienste übernehmen kann. Und natürlich vieles mehr – das sich dann konkret an den Wünschen und Möglichkeiten aller orientieren wird. Für weitere Informationen steht unsere Projektleiterin Claudia Staben-Obst zur Verfügung. Sie ist erreichbar per E-Mail claudia.staben-obst@schoenbrunn.de oder Tel. 08139/800-8118.

Leider ist uns logistisch und organisatorisch nicht möglich Sachspenden zu sammeln. Trotzdem benötigen wir Sachmittel wie voraussichtlich Kleidung, Schuhe, Kleinelektrogeräte (z.B. Radio), Spielzeug, Hygieneartikel, Windeln oder Haushaltsgeräte (z.B. Töpfe, Pfannen). Diese wollen wir bei Bedarf aber sehr gezielt beschaffen. Dafür bitten wir Sie um Geldspenden. Die Geldspenden werden ausschließlich für die Unterstützung der Ukrainer:innen verwendet und nicht, wie sonst üblich, für das Franziskuswerk. Wir bitten Sie deshalb die Spenden auf das Konto unserer Stiftung (Viktoria-von-Butler-Stiftung) einzuzahlen.

Die Kontonummer lautet:

Spendenkonto: Sparkasse Dachau
Kontoempfänger: Viktoria-von-Butler-Stiftung
IBAN: DE10 7005 1540 0000 705 715
BIC: BYLADEM1DAH
Stichwort: Ukrainehilfe Schönbrunn

Zum 17. Mai 2022 sind bereits 15.615 Euro eingegangen! Dafür bedanken wir uns herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern!

Gerne informieren Sie sich auch auf unseren Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram.

Wir danken allen Freiwilligen und Ehrenamtler:innen für die Unterstützung und die Solidarität. Einen besonderen Dank an unsere Mitarbeiter:innen der gesamten Unternehmensgruppe, die sich nach und in der schweren Zeit in der Corona-Pandemie wieder über alle Maßen engagieren, ohne unseren eigentlichen Auftrag – Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Gesellschaft und ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen – zu vernachlässigen.