Kinder und Jugendliche mit Intelligenzminderung und herausforderndem Verhalten verstehen und begleiten – 2021-2022

Fachweiterbildung mit Abschlusszertifikat


„Herausforderndes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung“ scheint in zunehmendem Maß den pädagogischen Alltag in (teil)stationären Einrichtungen, Schulen sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie zu prägen.

Im Umgang mit diesen Verhaltensweisen entstehen häufig besonders kritische Situationen, die sowohl auf Seiten der betroffenen Kinder und Jugendlichen als auch der Betreuer/innen zu Ratlosigkeit, Hilflosigkeit und Überforderung führen.

Das herausfordernde Verhalten ist als Hilferuf zu verstehen, der häufig in Form von folgenden Verhaltensweisen im pädagogischen Alltag spür- und erlebbar wird:

  • Weglaufen, sich schlagen, kratzen, beißen, sich verstümmeln, Gegenstände
  • verschlucken
  • Soziales Desinteresse, nicht sprechen, räumlicher Rückzug, Selbststimulation, Störung des Tag-Nacht-Rhythmus
  • Drohen, spucken, beißen, kratzen, schlagen etc.
  • Kot schmieren, häufiges Erbrechen, schreien, stereotyper Umgang mit Gegenständen
  • Lautieren, rigides Beharren auf Routine, renitentes Verhalten, fremde Zimmer betreten, Distanzlosigkeit, Tics
  • Angst, Depression, Hyperaktivität, selbstverletzendes Verhalten, Halluzination und Wahnvorstellungen etc.
  • Sachbeschädigung, Pyromanie etc.
  • Zwanghafter Umgang mit Gegenständen, Diebstahl, Dinge verstecken

Die beschriebenen Verhaltensweisen als Hilferuf wahrzunehmen und zu verstehen, zeigt sich als eine enorme Herausforderung für Einrichtungen und deren Mitarbeiter/innen. Es gilt, die individuellen Ursachen – wie Entwicklungsfaktoren, psychische Erkrankungen, Veränderungen im psychosozialen Umfeld, genetisch bedingtes Syndrom, Schmerzen und chronische Erkrankungen – zusammen mit möglichen strukturellen, pädagogischen und persönlichen Faktoren – wie Haltung und Einstellung der pädagogischen Mitarbeiter/innen – als mögliche Quelle der Not der betreffenden Kinder und Jugendlichen zu identifizieren. Daraus lassen sich die notwendigen Schlüsse (pädagogisch und strukturell) für eine stabilisierende und fördernde Begleitung der Kinder und Jugendlichen ziehen.

Zielsetzung der Weiterbildung:

Die Teilnehmer/innen erwerben für ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung und herausfordernden Verhalten ein breit gefächertes Fachwissen, praktische Übungserfahrungen und Reflexion der inneren Haltung, um ihre inhaltlich- und persönlich anspruchsvolle Arbeit im Sinne einer verstehenden und handelnden Pädagogik, prozess- und zielgerichtet ausüben zu können.

Lehrgangsleitung:

Stefan Koch, Diplom-Psychologe, Therapeut, Erlebnispädagoge, Anti Gewalt und Coolness Trainer, Ausbilder KiBA-ConMa®

Susanne Haug, Diplom-Pädagogin, Referentin für Fort- und Weiterbildung, Franziskuswerk Schönbrunn

Weiterführende Informationen

HIER können Sie eine ausführliche Broschüre zur Fachweiterbildung herunterladen, in der Sie Näheres zu Inhalten, Terminen und Dozent/innen etc. erfahren. Dort finden Sie auch ein Sammelanmeldeformular zum Ausdrucken.