Werkstatt für behinderte Menschen

Entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten unserer Werkstatt für behinderte Menschen. Ausgehend von ihren Interessen können wir ihnen eine Vielzahl an verschiedenen Arbeitsplätzen anbieten. In einer unserer Lohnfertigungsgruppen oder in einer Fachwerkstatt, in den Räumen der Werkstatt bis hin zu einem sogenannten ausgelagerten Arbeitsplatz bei einer Firma des 1. Arbeitsmarktes. Dabei steht bei uns ihre Fort- und Weiterbildung für uns an erster Stelle.

Allgemeine Infos

Die Aufgaben der Werkstätten für behinderte Menschen sind im Bundesteilhabegesetz, 9. Sozialgesetzbuch (SGB IX) § 219 und in der Werkstättenverordnung (WVO) definiert. Ziel ist es, Menschen mit Behinderungen ins Arbeitsleben einzugliedern, ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Sie fördert den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Behinderte Menschen, welche die Voraussetzungen für eine Beschäftigung in einer Werkstatt (noch) nicht erfüllen, können in der räumlich der Werkstatt angegliederten Förderstätte, bzw. Fördergruppe betreut und gefördert werden.

Lernen Sie uns kennen

In einem ersten Informationsgespräch geben wir Ihnen gerne einen Überblick zu allen verfügbaren Möglichkeiten in unserem Bereich. Auch bieten wir Ihnen ein kostenfreies Kennenlern-Praktikum an.

Aufnahme

Wir laden Sie zu einem persönlichen oder telefonischen Gespräch ein. In diesem beraten wir Sie über das weitere Vorgehen und unterstützen Sie bei der Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Kostenträger. Für weitere Fragen steht Ihnen Frau Plank (Leitung Begleitender Dienst) als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Bitte bringen Sie zum Erstgespräch folgende Unterlagen mit:

  • Betreuerausweis mit Beschluss
  • Nachweis zur ärztlichen Diagnose
  • Zeugnisse über eine Berufsausbildung/ Berufstätigkeit

Mehr Informationen finden Sie auf dem REHADAT-Bildungsportal des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V.

Sie haben gerade die Schule abgeschlossen und/oder wollen zum ersten Mal in einer Werkstatt aufgenommen werden? Dann beginnt Ihrer berufliche Bildung im Berufsbildungsbereich. Die Berufliche Rehabilitations-Maßnahme hat das Ziel, die Teilhabe am Arbeitsleben zu verbessern und die Weiterentwicklung der Persönlichkeit zu fördern. Der Berufsbildungsbereich setzt sich aus dem (in der Regel) dreimonatigen Eingangsverfahren und dem (in der Regel) zweijährigen Berufsbildungsbereich zusammen. Die Bildungsmaßnahme wird mit einem Zertifikat über die erworbenen Qualifikationen abgeschlossen.

Eingangsverfahren

Im dreimonatigen Eingangsverfahren lernen wir Sie kennen, führen erste Arbeitserprobungen durch und erstellen ein Fähigkeitenprofil und eine Kompetenzanalyse.

Arbeitserprobung
Die Teilnehmer:innen lernen bei der Arbeitserprobung durch konkretes Ausprobieren typische Tätigkeiten eines Berufes oder eines Berufsfeldes kennen. Die Arbeitsbedingungen werden dabei möglichst realistisch gestaltet. Durch die praktischen Erfahrungen finden die Teilnehmer:innen heraus, was ihre eigenen Fähigkeiten, Stärken und Einschränkungen sind und können so überprüfen, ob ihnen das Berufsfeld gefällt und ob es für sie geeignet ist.
Die Arbeitsprobung wird von arbeitspädagogischen Fachkräften begleitet. Manchmal wird die Arbeitserprobung durch ein Kurzpraktikum in einem Betrieb außerhalb der Werkstatt ergänzt.

Fähigkeitenprofil
Mit der „Werdenfelser Testbatterie“ (WTB) verfügen wir über ein leistungsfähiges, wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Erfassung intellektuell-kognitiver und persönlichkeitsrelevanter Merkmale bei Menschen mit Behinderungen. Die WTB wurde speziell für den Einsatz in Werkstätten konzipiert und liefert wichtige Hinweise für eine individuelle Beziehungsgestaltung, das Vermeiden von Unter- bzw. Überforderung und für eine optimale intellektuell-kognitive Förderung. Diese Aussagen können für eine geeignete Arbeitsplatzzuweisung dienen und um konkrete Begabungen festzustellen. Der Test kann auch bei dem Entscheidungsprozess, ob jemand für den allgemeinen Arbeitsmarkt geeignet ist, als wichtiges Element hinzugezogen werden.

Kompetenzanalyse
Durch die Systematische Erhebung von 36 Schlüsselkompetenzen lassen sich die Fertigkeiten eines Menschen verdeutlichen, um ihm passende Unterstützungsleistungen bzw. Förderangebote machen zu können – ohne ihn zu unter- oder überfordern.

Berufsbildungsbereich

In den folgenden zwei Jahren planen und gestalten Sie mit Ihrem Bildungsbegleiter ihren eigenen beruflichen Weg.

Persönliche Berufswegeplanung
Berufswegeplanung ist Lebensplanung. Mit Methoden der „Persönlichen Zukunftsplanung“ und Unterstützung z.B. durch Angehörige, geht es darum die Interessen, Wünsche und Stärken einer Person herauszufinden, Ziele festzulegen und gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die geeignet sind um gemeinsam vereinbarte Ziele erreichen zu können.

Individueller Bildungsplan
Mit Unterstützung ihres Bildungsbegleiters erarbeiten die Teilnehmer/innen ihren individuellen Bildungsplan, in dem die persönlichen Ziele und Bildungsinhalte festgehalten, regelmäßig überprüft und bei Bedarf aktualisiert werden. Die Umsetzung der Bildungsinhalte erfolgt durch Teilqualifizierungen anhand von Bildungsrahmenplänen in verschiedenen Berufsfeldern.
Diese orientieren sich an den Ausbildungsregelungen gem. § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Kennenlernen verschiedener Berufsfelder :

  • Büro                 
  • Druck und Papier
  • Einzelhandel
  • Lagerbereich
  • Landschaftspflege
  • Hauswirtschaft
  • KFZ-Service
  • Landwirtschaft (Pferdepflege)
  • Personale Dienstleistungen (Kindertagesstätten /Seniorenangebote)
  • Holzverarbeitung
  • Textilpflege (Wäscherei)
  • Trockenbau
  • Die Teilnehmer können bis zu 3 dieser Berufsfelder kennenlernen. In jedem Berufsfeld bieten wir Teilqualifizierungen gemäß den gängigen Ausbildungsrahmenplänen nach § 66 Berufsbildungsgestz (BBiG) an.

Möglichkeiten nach dem Berufsbildungsbereich: 

  • Arbeit in einem der Arbeitsbereiche der Werkstatt
  • Arbeit auf einem Ausgelagerten Arbeitsplatz in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes
  • Vermittlung in eine Berufsausbildung
  • Vermittlung in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis

Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich gehören zum Bildungskonzept der WfbM. Sie stellen den Übergang vom Schul- in den Arbeitsbereich dar.

Das Ziel der jeweiligen Maßnahme richtet sich nach den individuellen Voraussetzungen des Menschen mit Behinderung. Es umfasst eine Bandbreite, die von der Vermittlung von Fähigkeiten ausgeht, die zur Erbringung “eines Minimun an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit” notwendig sind, und geht bis zum Erwerb von differenzierten Kenntnissen im beruflichen Bereich mit dem Ziel der Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Vermittlung von sozialen und berufsorientierten

  • Fähigkeiten
  • Fertigkeiten
  • Kenntnissen
  • Kompetenzen

Berufliche Bildung durch kompetente Partner

Der Bildungsbegleiter ist der persönliche Ansprechpartner des Werkstatt- und Förderstättenbeschäftigten für seine berufliche und persönliche Weiterentwicklung. Er ist Schnittstelle zum Sozialdienst der Werkstatt und zur Integrationsassistenz und zu allen weiteren Personen und Stellen, die an der beruflichen Weiterentwicklung des Beschäftigten beteiligt sind oder beteiligt werden sollen. Der Bildungsbegleiter ist in der Regel geprüfte Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung oder Heilerziehungspfleger.

Unsere Ziele der Beruflichen Bildung:

Stärkung der fachlichen Kompetenzen:
Material- und Werkzeugkunde, Arbeitssicherheit, Kennenlernen verschiedener Berufsfelder durch Praktika und handlungsorientiertem Lernen mit fachpraktischen und theoretischen Lerneinheiten, die sich am Kenntnisstand und den Fähigkeiten der Teilnehmer:innen orientieren

Stärkung der sozialen Kompetenzen:
Im alltäglichen Miteinander ergibt sich eine Viefalt von Situationen in denen das soziale Miteinander gemeinsam gestaltet, reflektiert und individuell weiterentwickelt wird.

Stärkung der individuellen Kompetenzen:
Persönlichkeitsentwicklung durch bewußten Umgang mit der eigenen Gesundheit, Freude an Bewegung, Übernahme von Eigenverantwortung, Umgang mit Frustrationen, Herausfinden von Wünschen.

Die fachlichen, sozialen und individuellen Kompetenzen werden durch die Tätigkeit in den einzelnen Berufsfeldern unserer Werkstatt, in den Bildungskursen des Fort- und Weiterbildungsprogramms und in Praktika innerhalb und außerhalb der Werkstatt vermittelt.

Das Fort- und Weiterbildungsprogramm

Alle sechs Monate erscheint ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm aus dem die Beschäftigten in Abstimmung mit ihren Bildungsbegleitern Kurse aus folgenden Rubriken auswählen können:

  • Sport
  • Gesundheit und Bewegung
  • Allgemeinbildung
  • Persönlichkeitsbildung und Lebenspraxis
  • Fachliche Fort- und Weiterbildung
  • Kreative und musische Bildung
  • Wahrnehmungsförderung

Jedes Semester finden wöchentlich verschiedenste Kurse und regelmäßige Exkursionen statt. In Zusammenarbeit mit externen Bildungspartnern bieten wir zusätzlich fachliche Qualifizierungsseminare „Inhouse“ oder außerhalb unserer Werkstatt an. Die Teilnahme am Fort- und Weiterbildungsprogramm findet während der Arbeitszeit statt und ist für unsere Beschäftigten kostenlos.

Die Werkstatt des Franziskuswerk bietet Menschen, die wegen ihrer Art oder Schwere der Behinderung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können:

  • eine möglichst passgenaue Arbeit. Produktionsaufträge werden in viele verschiedene Arbeitsschritte aufgeteilt. Wir errichten spezielle und individuelle Vorrichtungen, so dass die Teilhabe am Arbeitsleben für jeden Menschen möglich wird
  • die Möglichkeit, die eigene Leistungsfähigkeit zu stärken oder wiederzugewinnen
  • die Möglichkeit zur Persönlichkeitsentwicklung
  • Praktika in anderen Arbeitsgruppen oder auch auf ausgelagerten Arbeitsplätzen in Unternehmen
  • Abwechslung im Beruf durch Routinieren der Tätigkeiten, wenn gewünscht

Mit fünf Lohnfertigungen, einer Druckerei, einem Metallbereich, Hauswirtschaft mit Verteilerküche, Großwäscherei sowie einer Schreinerei bietet die Werkstatt rund 350 Menschen vielfältige Arbeits- und Weiterbildungsangebote an.
Mit diesem breiten Leistungsangebot ist sie für namhafte Hersteller, Zulieferer und Betriebe im Großraum München tätig.

Ausgelagerte Arbeitsplätze bieten den Beschäftigten die Möglichkeit, berufspraktische Kenntnisse und soziale Kompetenzen zu erlangen, die für ein späteres sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt von Vorteil sein können.

Jeder Fünfte unserer Beschäftigten arbeitet bereits in einem Betrieb, einer Firma oder in einer gemeinnützigen Einrichtung (z.B. Kinder / Senioren) außerhalb der Werkstatt auf ausgelagerten Arbeitsplätzen. Sie bleiben weiterhin Beschäftigte der Werkstatt. Der Arbeitgeber zahlt für die erbrachte Arbeitsleistung ein im Vorfeld vertraglich vereinbartes Entgelt, aus dem der Beschäftigte seinen Lohn erhält.

Grundsätzlich kommen für einen Außenarbeitsplatz alle Arbeitsfelder in Betracht. Es hat sich gezeigt, dass einige Bereiche besonders geeignet sind. Dazu zählen zum Beispiel Einzelhandel, Kindergärten, Seniorenbetreuung, Garten- und Landschaftspflege, Hauswirtschaft – aber auch Berufsfelder, wie Industriemontage und Tierpflege.
Für uns gilt: „Wichtig zu wissen ist, was die Person kann, will und braucht – den geeigneten Arbeitsplatz haben wir bisher immer noch gefunden!“

Ausgelagerter Arbeitsplatz, Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt – Unsere Jobcoaches begleiten auf dem Weg zum Traumberuf!

Von der Aufnahme bis zum Übergang auf den 1. Arbeitsmarkt sind wir der Berufsbegleiter aller Beschäftigten im Geschäftsbereich Arbeit und Förderung.
Der begleitende Dienst steht den Beschäftigten und ihrem Bildungsbegleiter im Berufsbildungsbereich sowie im Arbeitsbereich beratend und unterstützend zur Seite. Das Team besteht aus verschiedenen Professionen -> Pädagog:innen, Sozialpädagog:innen, Heilerziehungspfleger:innen, Geprüfte Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung. Zusätzlich sind die Mitarbeiter:innenin den unterschiedlichen Bereichen spezialisiert, z.B. als Jobcoach, in TEACCH oder Unterstützter Kommunikation.

Kontakt

Jürgen Braun

Geschäftsbereichsleitung Arbeit und Förderung

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Kaiserstraße 7
85244 Schönbrunn

Kontakt

Annett Plank

Leitung Begleitender Dienst

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Kaiserstraße 7
85244 Schönbrunn