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31.01.2014

Kindervilla St. Klara offziell eingeweiht

„Die heilige Klara mit dem Begriff ‚Villa‘ in Verbindung zu bringen braucht schon einiges an Mut. Aber es handelt sich um ein Haus, in dem Interessenslagen großzügig Raum bekommen, die auch der heiligen Klara wichtig waren: Eigenverantwortung und ein demokratisches Verständnis. Das setzt Akzeptanz des Gegenübers und Begegnung auf Augenhöhe voraus, ur-franziskanische Tugenden. Insofern geht der Name wohl schon in Ordnung“, sagte Markus Tolksdorf, der Geschäftsführer des Franziskuswerks, mit einem Augenzwinkern in seiner Ansprache bei der offiziellen Eröffnung der neuen Kindertagesstätte in Dachau. Warum das Franziskuswerk für Kindertagesstätten den Betrieb übernähme, erläuterte Tolksdorf ebenfalls: „Hier kommt, wie auch in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung, auf mehreren Ebenen inklusive Pädagogik zum Einsatz. Erstens: Jedes Kind ist willkommen, mit seinen Stärken, Schwächen und auf seinem jeweils individuellen Entwicklungsniveau. Zweitens werden die Kinder in ihrer Einzigartigkeit in die Gruppen integriert und drittens kommen in der täglichen Arbeit inklusive Methoden zum Einsatz, die alle mit einbeziehen.“

Der Oberbürgermeister der Stadt Dachau, Peter Bürgl, bedankte sich beim Franziskuswerk, den Architekten, den Projektbeteiligten und den Mitarbeitern, vor allem bei der Leiterin der Einrichtung, Angelika Bachhuber, für die Zeit des Umzugs und die gute Zusammenarbeit: „Sie alle haben einen wunderbaren Lebens- und Lernraum für unsere Kinder geschaffen und zusätzlich noch Musik ins Haus geholt.“ Damit spielte er nicht nur auf die vielen Kinderlieder an, die hier selbstverständlich jeden Tag gesungen werden, sondern auch auf die acht Bandübungsräume, die im Keller eingerichtet wurden und die von Dachauer Musikern genutzt werden können. „Wer weiß: Vielleicht sind heute einige musikalische Kinder unter uns, die in 15 Jahren dann wieder in dieses Haus kommen“, sagte Bürgl mit Blick auf die „aufstrebende Dachauer Musikszene“.

Angelika Bachhuber illustrierte ihre Ansprache mit einem Koffer, in den alle die Dinge verpackt waren, die das neue Haus auszeichnen: „Vor allem ist eine Krippe an ganz unterschiedlichen Stellen ein Lernraum: mit altersgemäßen Spielmaterialien, viel Bewegungsräumen drinnen und draußen, oder auch beim Spiel miteinander. Überall lernen Kinder und entwickeln sich weiter. Die Gestaltung des Hauses ist optimal darauf angelegt.“ Die Puzzleteile, die das Treppenhaus der Kindertagesstätte zieren, seien dafür ein schönes Sinnbild. „Jedes ist unterschiedlich, aber die Teile ergeben zusammen ein Gesamtbild und sind in ihrer Einzigartigkeit wichtig.“

Im Anschluss an die Ansprachen segneten die Seelsorgerin aus Schönbrunn, Monika Pscheidl, zusammen mit ihrem evangelischen Kollegen, Pfarrer Last, die Räume und Menschen darin. Beim anschließenden Rundgang hängten sie in jeden Raum ein Kreuz auf.

Die Kindervilla St. Klara an der Friedensstraße 17 ist schon seit September letzten Jahres in Betrieb. Die Baukosten in Höhe von rund 4,65 Millionen Euro trug die Stadt Dachau. In fünf Krippengruppen und einer Kindergartengruppe werden insgesamt 83 Kinder betreut. 23 Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Kinder, zwei weitere Mitarbeiterinnen sind für die Hauswirtschaft zuständig.